Spanien Pfingsten 2026

 

Schon mehrere Monate vorher hatte ich den Flixbus München - Barcelona gebucht, denn die Stellplätze für Fahrräder sind sehr begrenzt. Diesmal hatte ich das Glück, eine Direktverbindung hin und zurück bekommen zu haben. Das minimiert den Stress, einen Anschluss zu verpassen. Vor drei Jahren ist mir ja in Genua mein Anschluss vor der Nase davongefahren. Auch wenn die Busfahrt 22h dauert, so ist es mit dem Fahrrad nicht viel langsamer als mit dem Flieger. Denn ich spare mir 2x2h für Verpacken und Entpacken des Fahrrades, 2h Sicherheitskontrolle, die Anreise zum Flughafen und kann alles mitnehmen, was ich brauche, insbesondere Gaskartuschen für meinen Kocher.

1.Tag: Fr 22.05.26
km27149
Georgensgmünd – Weißenburg, Zugfahrt

1

26 km
18,8km/h
1:23h

Weitere Bilder am  1.Tag Freitagfrüh begann der Tag fast normal. Ich stand allerdings schon um 5:00 auf, packte nach dem Frühstück noch das restliche Zeug zusammen und fuhr nach Weißenburg in die Schule. Mich trennten noch 6 Unterrichtsstunden vom Ferienbeginn. Nachdem mein Bus in München erst um 20:15 startet, nutzte ich den Freitagnachmittag gleich um den ganzen Unterricht für Montag nach den Ferien vorzubereiten. Um 17:20 war es so weit. Ich bestieg den Regionalexpress, der pünktlich um 19:10 München erreichte. Nach einer Stunde in München ging es mit dem Flixbus weiter. Mein Fahrrad musste ich mit ausgebautem Sattel und Vorderrad in den Laderaum schlichten. Die Fahrer waren zwei Italiener, die sich offenbar bestens verstanden.






2.Tag: Sa 23.05.26
km27220
Busfahrt, Barcelona – Garraf

1

45 km
17,5km/h
2:34h

Weitere Bilder am  2.Tag Die Busfahrt über Milano - Genua - Nizza - Cannes - Marseille - Montpellier ging pünktlich und unspektakulär über die Bühne. Auffällig ist, dass es mit Ausnahme Italiens alle Länder schaffen, Brücken ohne riesige Krawumm-Dehnfugen zu bauen. In Frankreich war es beim Fahren plötzlich so ruhig. Angekommen in Barcelona packte ich mein Rad auf und verließ die Stadt nach Süden. Die Innenstadt ist komplett rechtwinklig mit Einbahnstraßen angelegt und neben beinahe jeder Straße gibt es einen Radweg. So konnte ich bequem bis kurz hinter den Flughafen komplett auf Radwegen fahren. Doch dann machte ich den Fehler und fuhr an den Strand, statt für 2km auf die vierspurige C31. Zunächst hatte ich Schotter mit losem Sand dazwischen, dann musste ich doch zurück zur C31 und mein Rad ca 500m hinter der Leitplanke schieben, bevor ich wieder die Nebenstraßen und schließlich die zum Radweg ausgebaute Uferpromenade durch Gava und Castelldefels nehmen konnte. An einer öffentlichen Stranddusche wusch ich meinen Schweiß herunter und füllte meine Wasserflaschen auf. Danach verschwindet die Schnellstraße im Tunnel und die alte Straße geht kurvig über Garraf am Meer entlang. Oberhalb eines kleinen Rastplatzes kurz vor Garraf schlug ich mein Nachlager auf. Es war ein kleiner ebener Schotterplatz oberhalb der Straße, zu dem ich erstmal mein Zeug einzeln hochtragen musste. Mit bereits einsetzender Dunkelheit wärmte ich mir Gulasch mit Semmelknödeln auf. Ich hatte das Essen gefroren von Zuhause mitgenommen. Beim Auftauen hat es zugleich die darum befindlichen Lebensmittel kühl gehalten. Nachdem es warm, regen- und mückenfrei war, brauchte ich kein Zelt aufzubauen. Damit ist die freie Übernachtung sogar legal.






3.Tag: So 24.05.26
km27390
Garraf – Tarragona – Amposta

1

170 km
20,2km/h
8:26h

Weitere Bilder am  3.Tag Nach einer ungestörten Nacht wurde ich morgens mit herrlicher Aussicht auf die Küste bei Garraf empfangen. Nach dem Frühstück ging es los. Zunächst die kurvige C31 an der Steilküste entlang, schließlich kam ich durch Sitges und ab Cubelles ging es für längere Zeit direkt auf der Uferpromenade am Meer entlang. Ab Altafulla kam ich auf die N340 bzw N340a, die Hauptstraße entlang der Südküste. Man sollte meinen, sie wäre stark befahren und unangenehm mit dem Fahrrad, doch im Vergleich zu den innerstädtischen Straßen mit ständigem Parkverkehr, künstlichen Bremsschwellen, ständig Fußgängern im Weg, Ampeln usw war die N340 eine regelrechte Entspannung. Meistens ist sie schnurgerade und verfügt durchgehend über einen gut 2m breiten Seitenstreifen mit bestem Belag. Meistens darf man hier 90 fahren, viele Ausfahrten sind kreuzungsfrei oder es gibt großzügige Kreuzungen mit Abbiegespuren. Dank der parallel dazu geführten, nun sogar kostenlosen Autobahn hält sich der Verkehr sehr in Grenzen. Der Rückenwind tat sein Übriges, zügig voranzukommen. In Amposta nahm ich die TV3408 bzw den dazu parallelen Radweg nach Süden. In Ullfals de Baltasar gibt es einen kleinen Naturpark. Es ist dort sehr feucht und sumpfig mit vielen Tümpeln. Dennoch zog ich mich dort in den Wald zurück und wärmte mir die gefüllten Weinblätter auf, die ich ebenfalls gefroren mitgenommen hatte. Mit Einbruch der Dunkelheit stellte ich mein Innenzelt als Insektenschutz auf meine Picknickdecke und legte mich schlafen.






4.Tag: Mo 25.05.26
km27561
Amposta – Betera (bei Valencia)

1

171 km
20,5km/h
8:21h

Weitere Bilder am  4.Tag Nach dem Frühstück ging es weiter nach La Rapita und die Küste entlang, bis ich in Montecarlo wieder auf die N340 kam. Über Vinaros und Benicarlo nahm ich die alte Küstenstraße, dann ging es über einen kleinen Pass nach Torreblanca, Orpesa, Castellon, Nules nach Sagunt. Dort verließ ich die N340 und es ging weiter auf der Cami Lliria, eine spezielle Fahrradstraße. Sie führt parallel zur Autobahn und ich konnte sehen, dass hier Algeciras, Marokko und Algerien bereits auf Arabisch angeschrieben waren. In Betera wollte ich meine Wasserflaschen auffüllen und kam an einem "Supermercado Masymas" vorbei. Wie üblich gab es auch hier Kundentoiletten. Hier gab es im Eingangsbereich außerdem einen Tisch mit Barhockern, Steckdosen und USB-Ladesäulen. So verlängerte ich meine Pause um 30 Minuten und tankte Energie. Kurz hinter Betera ließ ich mich in einem Waldstück zum Übernachten nieder. Zum Essen gab es Tortellini mit Tomatensoße.






5.Tag: Di 26.05.26
km27730
Betera (bei Valencia) – Albacete

1

169 km
19,6km/h
8:37h

Weitere Bilder am  5.Tag Die ersten Kilometer waren reichlich verwinkelt, ich musste ständig nachschauen, wie ich weitermusste. Hinter Riba-Roja-de-Turia ging es auf einer kleinen Straße über einen Pass auf die CV3840 und CV382, der ich nach Cheste folgte. Hinter Chiva ging es zunächst auf einem Schotterweg neben der Autobahn und schließlich auf einem Via de servicio nach Banol. Nach einer Stärkung im LIDL ging es danach auf der alten N3 parallel zur Autobahn richtig hinauf. Später endet die alte N3 und man muss zum Teil auf Schotterwegen fahren. Weiter oben hat man wieder breite Wirtschaftswege für die Landwirtschaft. Leider verpasste ich eine Unterquerung der Autobahn und musste kurz vor Requena wieder 1,5km den Berg hinunter zurück. Alternativ hätte ich auch an der Ausfahrt mein Fahrrad über Zaun und Leitplanke wuchten können, hätte aber genauso lang gedauert. Die N322 nach Albacete ließ sich sehr schön fahren. Es war wenig Verkehr, ca 1,5m Seitenstreifen und Rückenwind. Dennoch musste ich die nicht ganz unerheblichen Berge hinaufstrampeln, bis ich schließlich die Hochebene von Albacete erreicht hatte. Dort kam ich wieder zügig voran und schlug mein Nachtlager in einem Waldstück kurz vor Albacete auf. Zum Essen gab es Tagliatelle mit Thunfisch-Bolognese. Ich hatte es mengenmäßig offenbar etwas übertrieben, sodass es eine kleine Dose wohl noch kalt morgen Mittag geben wird.






6.Tag: Mi 27.05.26
km27886
Albacete – Ayna – Yeste

1

156 km
18,9km/h
8:14h

Weitere Bilder am  6.Tag Offenbar war der Verzicht auf auf das Zelt keine so gute Idee, denn es gab doch einige Insekten, die mich wohl trotz chemischer Verteidigung nicht ganz in Ruhe ließen. Nach dem Frühstück steuerte ich den LIDL an. Doch erneut verfuhr ich mich, weil ich eine Autobahnquerung verpasste und wieder zurück musste. Ich kaufte für die nächsten drei Tage ein, denn ich wollte die nächsten Tage im Los Calares Nationalpark bleiben und erfahrungsgemäß sind dort die Einkaufsmöglichkeiten begrenzt. Aus Albacete heraus nahm ich die CM3203 nach Ayna. Auf der Ebene kämpfte ich mit dem Gegenwind, bei Ayna geht es steil in ein tief eingeschnittenes Tal hinab. Landschaftlich ist diese Strecke sehr beeindruckend. Doch hinter dem Dorf durfte ich in der größten Hitze alles wieder hinaufstrampeln. Auf der Passhöhe bog ich rechts auf die AB508 ab. Nach weiterem Anstieg erreichte ich Molinicos und es ging über die AB509 auf die CM3206, die zum Stausee hinunter führt. Im Gegensatz zu Deutschland ist in Spanien nahezu jede Straße sichtbar mit Nummer ausgeschrieben, was die Orientierung sehr erleichtert. Hinter dem See geht es wieder 300m hinauf nach Yeste. Eigentlich hätte ich jetzt nochmal ca 20km bis zum Camping Rio Ebro gehabt, aber ich schaute spaßeshalber mal in Booking.com nach Unterkünften in Yeste - und wurde fündig. Ich bekam ein Zimmer mit Panorama-Balkon, 88€ für zwei Tage, Kaffee gratis dazu. Die Unterkunft war nagelneu und top-gepflegt, der Vermieter nett, konnte aber keinerlei Englisch. Aber wofür gibt es Google-Übersetzer? Mein Fahrrad konnte ich in einer Garage abstellen. Ich richtete mich ein, genoss eine heiße Dusche und kochte mir Geschnetzeltes mit Reis. Die Kocher baute ich am Balkon auf. Ich hatte auch einen kleinen Kühlschrank zur Verfügung, in dem ich die meisten Lebensmittel einlagerte. Kurz nach Einbruch der Dunkelheit fiel ich wie ein Stein ins Bett.






7.Tag: Do 28.05.26
km27886
Wanderung um Yeste

1

0 km
0,0km/h
0:00h

Weitere Bilder am  7.Tag Heute steht ein Wandertag auf dem Programm. Doch ich ließ es etwas ruhiger angehen und schlief bis 7:30 und wusch nach dem Frühstück meine ganzen verschwitzten Sachen. Ich hatte die letzten Tage bewusst "auf Verschleiß" gefahren und nichts mehr gewaschen. Um 10:00 startete ich die Wanderung. Zunächst ging es hinunter zur Brücke St Vincente. Dort querte ich den See und marschierte auf der anderen Seite hinauf zu einem Gipfel. Dabei telefonierte ich einige Zeit. Zurück an der Brücke ging ich im See baden. Bei einer Lufttemperatur von ca 32 Grad war das eine willkommene Erfrischung. Ich tippte ein wenig an meinem Reisebericht und badete ein zweites Mal, dann marschierte ich wieder die 300m hinauf zu meiner Unterkunft in Yeste. Umgebung und Qualität der Unterkunft hin oder her - leider muss ich morgen schon wieder den Rückweg antreten. Ich brauche vier Tage bis zum Montsant-Nationalpark, möchte dort zwei Tage bleiben und brauche einen weiteren Tag, bis ich in Barcelona bin. Und in genau einer Woche geht dort mein Bus zurück nach München. Zum Abendessen gab es Tortellini mit Tomatensoße.






8.Tag: Fr 29.05.26
km27886
Yeste – Albacete – Los Isidros

1

200 km
21,5km/h
9:17h

Weitere Bilder am  8.Tag Nachdem heute bis zu 34 Grad gemeldet sind, möchte ich die kühlen Morgenstunden für die Bergfahrten nutzen, während die Hitze auf der Ebene von Albacete keine so große Rolle spielt. Kurz vor 7:30 war ich bereits auf der Straße und musste mir für die Abfahrt zum Stausee die Jacke überziehen. Zunächst ging es nach Elche, danach die CM3203 nach Norden und dann nach rechts auf die Nebenstraße AB4006 nach Lietor. Dieses Bergdorf liegt ähnlich wie Ayna, halb am Südhang des tief eingeschnitten Mundo-Tals. Weiter ging es über die AB412, CM3213 und AB400, wo ich 5km vor Pozohondo die erste größere Pause einlegte. Da ich jede Menge Lebensmittel hatte, die nicht zu warm werden sollten, hatte ich mit Vorbedacht Milch, Wasser und andere sehr wasserhaltige Produkte in den Kühlschrank getan und ordentlich heruntergekühlt. Nun kamen die empfindlichen Sachen wie das Geschnetzelte, die restlichen Tortellini, Reis und Käse ganz nach innen und außenherum Wasser, Saft und Milch, die viel Wärme aufnehmen können. Darüber hinaus befeuchtete ich den Stoff der Tasche regelmäßig, um Verdunstungskälte entstehen zu lassen. So schaffte ich es tatsächlich, dass die Temperatur in der Tasche nicht über 20 Grad ging. Die Ebene von Albacete war ein wenig wie Windsurfen. Ich kam mit 27km/h Dauergeschwindigkeit voran. Einmal ließ ich mich auf einer Wiese von einer Sprinkelanlage nass machen. Es war so heiß und trocken, dass ich nach ca 20 Minuten wieder trocken war. Albacete ließ ich links von mir liegen, ich musste allerdings mehrere Eisenbahnen und Autobahnen queren und gelangte nach einem kurzen Schotterabschnitt an die Abzweigung der CM3218. Hier wurde eine neue Straße gebaut und die alte Straße führt als Rad- und Wirtschaftsweg durch eine lange Allee. Hinter Valdeganga führt die Straße durch ein enges Flusstal nach Abengibre. In Casas-Ibanes kam ich wieder auf die N322, der ich nach Los Isidros folgte. Hier kam ich wegen der Anstiege ganz schön ins Schwitzen! In Los Isidros füllte ich alle meine Wasserflaschen und ließ mich ca 10km vor Requena in einem Waldstück nieder. Nach dem Abduschen gab es Geschnetzeltes mit Reis. Kurz vor Einbruch der Dunkelheit stellte ich mein Innenzelt als Insektenschutz auf.






9.Tag: Sa 30.05.26
km28086
Los Isidros – Betera – Orpesa

2

175 km
21,2km/h
8:15h

Weitere Bilder am  9.Tag Auf Grund der geringen Höhenmeter entschied ich mich für den gleichen Rückweg an der Küste entlang, also über den Großraum Valencia. Es ging also erstmal auf der N322 an Requena vorbei und unmittelbar vor der Auffahrt auf die Autovia. Von dort geht ein Wirtschaftsweg parallel dazu, später die alte N3 hinunter nach Banol. Kurz dahinter nahm ich zunächst die Via servicio, also die Nebenstraße der Autobahn, dann ein Stück Schotterweg, bis ich über Cheste und Chiva wieder nach Betera gelangte. Im dortigen Supermercado Masymas kaufte ich einiges ein, nutzte die Toilette, machte Brotzeit, während Handy und Powerbank eingesteckt und geladen wurden. Der Nachmittag wurde auf Grund des Gegenwindes recht anstrengend. Ich nahm von Sagunt nach Nules wieder die N340 nzw N340a. In der dortigen sehr schönen Altstadt hätte ich eigentlich Brotzeit machen wollen, doch es begann zu tröpfeln und im Wetterradar war zu erkennen, dass hier ein größerer Regen niedergeht, während es 20km weiter nördlich trocken bleiben soll. Daher stärkte ich mich nur mit ein paar Keksen. Weiter ging es auf der CV18 und CV183 über Burriana und Grau de Castello. Hier gibt es einen Radweg neben der Straße. Dann ging es wieder lange Strecke auf er Uferpromenade. Hier genehmigte ich mir einen kleinen Badestopp im Meer. Anschließend machte ich meine Wasserspeicher voll. Wie ich erst kurz hinter Benicassim sah, gibt es hier einen Bahntrassen-Radweg direkt am Meer entlang, der fast ebenerdig nach Orpesa führt. Ich hatte mich hier hinwärts über einen nicht unerheblichen Pass gequält. Doch es war schwierig, auf den Weg draufzukommen, da er wie eine Bahnlinie abgezäunt ist. Schließlich kam ich doch drauf und folgte für einige Kilometer. Kurz vor Orpesa fand ich einen geeigneten Platz zum übernachten direkt am Meer. Es waren ebene Felsen, auf denen ich meine Sachen auspackte. Ich ging erstmal im Meer baden. Zum Abendessen gab es Reis mit gebratenem Gemüse, als Vorspeise noch ein paar Tortellini.






10.Tag: So 31.05.26
km28261
Orpesa – Amposta – Gandesa

1

135 km
20,1km/h
6:42h

Weitere Bilder am 10.Tag Ich hatte festgestellt, dass Margalef, mein Ziel im Montsant-Park "nur" noch 180km entfernt ist, also heute noch erreichbar. Zunächst ging es nach Orpesa und dann auf die N340. Der Wind war günstig und ich blieb auf ihr bis La Rapita, wo ich schon wie am Hinweg den Radweg entlang der TV3408 nahm. In Amposta machte ich die erste größere Pause. Weiter ging es nach Norden auf der C12 entlang des Ebro. Zu meiner freudigen Überraschung gibt es ab Vinallop einen Bahntrassen-Radweg parallel zur ohnehin nur mäßig befahrenen C12. Sobald das Tal enger wurde, führt er durch zahlreiche Tunnels. Hier verpasste ich es allerdings, rechtzeitig auf die C12 zurückzuwechseln und Handy-Empfang war hier auch Fehlanzeige. Doch ich bereute den Umweg nach Nordwesten nicht. Die Strecke steigt kontinuierlich an, durchquert einen Tunnel nach dem anderen und bietet traumhafte Ausblicke in ein enges Flusstal. Nachdem dieser Weg weiter ist, werde ich es heute wohl nicht mehr bis Margalef schaffen. Daher entschied ich mich, schon hier nach einem schönen Platz umzuschauen. Ich hatte zwar kaum Wasser getankt, aber zum Trinken reicht es wohl. Baden kann ich ja im Fluss. Ich fand einen schönen Platz direkt am Fluss. Dort befand sich ein kleines Becken zum Baden. Oberhalb gibt es eine schöne Terrasse, das ganze umgeben von Bambus und Schilf. Etwas unwohl waren mir die über 10cm langen Flusskrebse im Wasser, die durch mein Baden weggekrochen waren. Wenn ich versehentlich auf einen steigen sollte, so kann er ganz schön zuzwicken. Auf der anderen Seite gibt es Krebse nur in besonders sauberen Gewässern. Ich tippte einiges in mein Handy ein, genoss die Abgeschiedenheit (es gab hier auch keinen Empfang!) und kochte mir Instant-Nudeln mit Thunfisch. Danach stellte ich mein Innenzelt auf, duschte mich nochmal mit Flusswasser ab und zog mich schließlich ins Zelt zurück. Nachdem das Fliegengitter geschlossen war, zerdrückte alle herumkriechenden Fliegen. Am Ende fand ich noch welche auf dem leuchtenden Handy-Display. Beim Zusammendrücken machte ich offenbar eine bestimmte Wischbewegung, mit der ich das aktive Textfeld des Reiseberichtes von Gmail schloss. Damit waren alle bisherigen Eingaben gelöscht. Da bleibt nur noch eine Möglichkeit: nachdem ich seitdem noch nicht online war, dürfte Google noch nicht mit meinem Handy synchronisiert haben. Ich muss also extern auf meinen Gmail-Account zugreifen, bevor mein Handy synchronisiert. So stellte ich das synchronisieren ab. Dann legte ich mich frustriert schlafen.






11.Tag: Mo 01.06.26
km28396
Gandesa – Margalef – Ulldemolins

1

99 km
16,2km/h
6:07h

Weitere Bilder am 11.Tag Heute hatte ich einen kleinen Engpass mit der Milch, aber ich machte mir heißen Schokopudding mit etwas Wasser und einem Restbestand Sahne von gestern. Die Bahntrasse durchquert noch mehrere Tunnels, bis ich sie schließlich bei Bot verließ. Hier ging ich auch mit dem Laptop online, doch offenbar hatte das Handy vorher trotzdem synchronisiert und der Bericht war verloren. So ein Mist! So sind alle Fahrdaten vor dem heutigen Tag entweder geschätzt oder aus dem Gedächtnis heraus, zum Teil aber auch durch automatische Vervollständigung. Es ging weiter über die TV3531 nach Gandesa, dann weiter auf der N420 und C12b nach Asco und schließlich nochmal 5km auf der ziemlich frequentierten C12 nach Flix. Im Supermarkt Bonpreu besorgte ich, was ich für die nächsten Tage brauchte, machte anschließend Brotzeit und dann kamen der anstrengendste Teil, nämlich das Hochfahren in den Montsant-Park in der größten Mittagshitze. Über La Palma und La Bisbal ging es nach Margalef. Doch der Campingplatz existiert nicht mehr. Es gibt zwar noch das Restaurant, das ab Juni jeweils um 18:00 öffnet, aber es steht keinerlei Hinweis auf einen Campingplatz und vor allem steht kein einziges Auto oder Zelt dort. Da entschloss ich mich, weiter nach Ulldemolins zu fahren. Dort gibt es einen Campingplatz, der laut Google-Rezensionen geöffnet hat. Das sind nochmal 25km mit 500 Höhenmetern. Aber es ist ja erst 16:00, sollte also kein Problem sein. Dort angekommen sah der Patz auf den ersten Blick wie geschlossen aus. Die angegebene Nummer funktionierte nicht. Doch dann fand ich doch einen bewohnten Wohnwagen. Der Mann dort scheint eine Art Platzwart-Vertretung zu sein. Er nahm auf jeden Fall direkt Verbindung zum Betreiber auf und ich konnte mir einen Platz aussuchen. 12€ pro Tag sind ein fairer Preis. Ich baute mein Zelt direkt neben dem besagten Wohnwagen auf. Er gab mir einen Hammer, um die Zelthäringe in den harten Boden zu bekommen. Dann lieh er mir seine Schubkarre, damit ich mir Tisch und Stuhl holen konnte. Während ich duschte und meine Kleidung wusch, spannte er mir eine Wäscheleine. Er hätte mich auch gerne zum Essen eingeladen, aber ich hatte mehr als genug dabei. Zum Abendessen gab es Garnelen mit Lauch und frischen Tomaten, dazu Nudeln. Zufrieden legte ich mich schlafen.






12.Tag: Di 02.06.26
km28495
Wanderung zum Stausee von Margalef

1

6 km
12,0km/h
0:30h

Weitere Bilder am 12.Tag Auch heute war die Nacht um 6:15 zu Ende. Ich habe heute eine große Wanderung zum Stausee von Margalef geplant. Nach Frühstück und Rucksack packen war es fast 7:45. Ich fuhr bis zur Eremita Santa Magdalena mit dem Fahrrad und stellte es dort ab. Dann ging es steil hinauf und wieder hinab zum Toll de Ou Waterfalls. Im weiteren Verlauf ging es ständig an der Abbruchkante entlang, teilweise war der Weg etwas zugewachsen. Vorbei am Gipfel "Mollo Alt" ging es danach hinunter. Doch dieser weg ist völlig zugewachsen und allerhöchstens noch mit ein paar Steinmännchen markiert. Immerhin waren die GPS-Daten recht genau, sodass ich mit Hilfe von Komoot leicht feststellen konnte, auf welche Seite des Weges ich abgekommen war. Ziemlich zerkratzt erreichte ich den Hauptweg am Stausee. Ich lief noch ein kleines Stück zurück, um zu sehen, ob der andere Weg nach genauso schlecht war. Ich sah, dass er ordentlich ausgebaut und ausgeschrieben war. Ich legte eine Pause ein, um was zu essen und auch um mich im See abzufrischen. Der anschließende Weg durch das Tal zurück war zwar 12km lang, aber gut ausgebaut und ohne größere Steigung. Dennoch war es 19:30, bis ich am Campingplatz zurück war. Dafür schmeckte das aufgewärmte Abendessen von gestern danach umso besser. Morgen muss ich mehr darauf achten, markierte Hauptwege zu benutzen, die nicht zugewachsen sind.






13.Tag: Mi 03.06.26
km28501
Wanderung nach La Morera

1

7 km
11,4km/h
0:37h

Weitere Bilder am 13.Tag Auch heute ging es zuerst zur Eremita Santa Magdalena mit dem Rad, danach stieg ich in Richtung Südosten auf. Mein heutiges Ziel ist La Morera, hinwärts immer an der Kante entlang, zurück quer durch den Nationalpark. Ich hatte den ganzen Vormittag traumhafte Ausblicke und kurz vor La Morera ging es auf einem engen Felssims direkt am Abgrund entlang. An kritischen Stellen gab es Sicherungsleinenund Steigeisen. In La Morera füllte ich meine Wasserflasche auf. Dann nahm ich den Aufstieg über den GR131, einen gut ausgebauten Fernwanderweg. Nachdem ich die Höhe erreicht hatte, war der Rückweg weniger spektakulär. Gegen 17:30 kam ich wieder auf den Campingplatz zurück. Diesmal war die Rezeption besetzt und ich bezahlte die 36€. Zum Abendessen gab es Nudeln mit Soja-Bolognese. Ich hatte zwei Päckchen Sojagranulat mitgenommen und gestern eines an holländische Radfahrer verschenkt.






14.Tag: Do 04.06.26
km28508
Ulldemolins – Tarragona - Barcelona

2

158 km
18,3km/h
8:37h

Weitere Bilder am 14.Tag Heute steht wieder eine lange Fahretappe auf dem Programm. Im Gegensatz zu den letzten Tagen ist es heute bewölkt gemeldet und ab 19:00 schwere Gewitter in Barcelona. Da möchte ich vorher angekommen sein! Ich nahm die C242 über Albarca, Cornudella, Alforja nach Les Borges del Camp. Es tröpfelte ein wenig, aber wie zu erwarten blieben die großen Regenmassen aus. Weiter ging es auf der N420 nach Reus. Dort machte ich in einem LIDL Station. Einkaufen, Brotzeit und Toilettengang, dann ging es weiter auf der vierspurigen T315, bis ich die Küstenstraße N340 erreicht hatte. Ihr folgte ich mitten durch Tarragona. In Altafulla ging es wieder direkt am Meer entlang. Doch leider geht der Promenadenradweg nicht durch und endet an einer Mauer. Doch insgesamt ist die Route schon ok. Hinter Sitges endet die Nebenstraße und man muss auf der stark befahrenen C31 Vorliebe nehmen. Sie verfügt über keinen Seitenstreifen, ist sehr kurvig und man zieht ständig eine Autoschlange hinter sich her, die man ab und zu vorbeilässt. Aber auch hier sind die Spanier bzw Katalanen sehr geduldige Autofahrer. Nach der Steilküsten-Passage fährt man bis Gava direkt am Meer entlang, teilweise auf Radwegen. Dann muss man für eine Ausfahrt auf die vierspurige C31, bevor es auf Radwegen durch das Flughafengelände geht. Im weiteren Verlauf kann man durchgehend auf Radwegen bis ins Zentrum der Stadt fahren. Die allermeisten Straßen sind rechtwinklig angelegte Einbahnstraßen und verfügen über einen Radweg. Es gibt sehr viel Grün in den Straßen. Zielsicher fand ich zu meiner gebuchten Unterkunft "bed and bike". Es ist ein sehr fahrradfreundliches Hostel, man kann sein Rad direkt innen hinter der Informationstheke abstellen. Zwar hatte ich nur ein Bett im 12er-Schlafsaal, aber man konnte einen Vorhang zuziehen und vor allem gab es einen sehr schönen Gemeinschaftsbereich mit großer Küche. Insbesondere war aber alles sehr sauber und gepflegt, da hatte ich schon ganz andere Hostels! Ich hatte kaum eingecheckt, da begann es draußen heftig zu regnen. Ich duschte mich und wärmte anschließend die Soja-Bolognese mit den Nudeln auf. Nach dem Essen kam ich mit einer deutschen Radfahrerin aus Freiburg ins Gespräch. Sie war mit Gravelbike unterwegs und hatte ihren Fokus auf minimales Gewicht gesetzt. Im Vergleich zu ihr bin ich ein Schwertransporter. Wir unterhielten uns lange, bis schließlich um Mitternacht das Licht heruntergeregelt wurde und wir uns zum Schlafen zurückzogen.






15.Tag: Fr 05.06.26
km28666
Heimfahrt im Reisebus

1

1 km
20,0km/h
0:03h

Weitere Bilder am 15.Tag Heute konnte ich bis 7:30 regelrecht ausschlafen und dann gemütlich frühstücken. Kaffee und Tee, sowie Croissants und Obst gab es vom Hostel gratis. Ich hatte nun so viel Platz in den Taschen, dass ich sogar Helm und Wanderschuhe hineinbrachte. Auf dem Weg zum Busbahnhof kaufte ich noch eine Stange Brot, ansonsten hatte ich für die Busfahrt alles was ich brauchte. Als ich um 9:10 am Bussteig war, war mein Flixbus schon am Einchecken. Ich musste wieder Sattel und Vorderrad demontieren, dass mein Riesen-Fahrrad im Laderaum Platz hatte. Dann nahm ich Platz auf Sitz 1D, also ganz vorne am Panoramaplatz. Pünktlich um 9:30 begann die Fahrt. Einer der Fahrer hatte schon hinwärts gefahren. Wir machten mehrere kurze Pausen auf den Raststätten. Ansonsten schaffte ich es tatsächlich, den kompletten Text des Reiseberichtes während der Busfahrt herunterzuschreiben. Die italienischen Autobahnen sind jedoch auf Grund ihres schlechten Belages wenig geeignet, am Handy herumzutippen. In Chiasso, also dem Grenzübergang in die Schweiz, war es plötzlich wieder so ruhig im Bus.






16.Tag: Sa 06.06.26
km28667
München – Georgensgmünd

1

181 km
21,4km/h
8:28h

Weitere Bilder am 16.Tag Erstaunlicherweise schlief ich ausgerechnet auf der kurvigen Bernardino-Strecke ein, wachte einmal kurz in Thusis auf und döste wieder weg bis kurz vor München. Dann packe ich mein Zeug zusammen und wir erreichten pünktlich um 7:30 den Busbahnhof. Nun stehen für mich gut 180km Heimfahrt mit dem Fahrrad an. Die strecke ist recht eben, das Wetter gut, das sollte schon klappen. Ich entschied mich für die Variante über Augsburg. Das ist zwar etwas weiter, aber flacher und vor allem muss ich mir ab Augsburg keine Gedanken über den Weg machen. Und so erreichte ich zügig Donauwörth, bewältigte den Anstieg über die Schwäbische Alb und besuchte am Heimweg noch das Jugendzeltlager in Allmannsdorf, wo ich reichlich zum Abendessen bekam. Morgen habe ich nochmal einen Tag, um mich zuhause zu sortieren.






Rückblick über sie Spanienfahrt

 

Fazit in Worten:
Insgesamt eine gelungene Reise! Begeistert war ich von den spanischen Fernstraßen, die nur mäßig befahren sind und über einen Seitenstreifen verfügen. Mein eigentliches Ziel wäre es ja gewesen, in der Sierra Nevada in Andalusien wandern zu gehen, hatte mich aber mit den Entfernungen des Landes etwas verschätzt. Gerne wäre ich auch länger in dem schönen Zimmer in Yeste geblieben, aber das hat die Zeit leider nicht hergegeben. Erstaunlich waren die ercht hohen Temperazuren von weit über 30 Grad im Inland. Hier merkt man den kühlenden Effekt des noch nicht so warmen Mittelmeeres. Sollte ich ein weiteres Mal Ostern oder Pfingsten nach Spanien fahren, dann würde ich eventuell den Hinweg von Nürnberg aus nach Südwestspanien oder Portugal fliegen und nur den Rückweg von Barcelona mit dem Bus nehmen. Etwas schade ist auch die Tatsache, dass die Spanier außerhalb touristischer Gebiete in der Regel kein Englisch können. Hier liegen Griechenland und Norwegen klar im Vorteil.


Fazit in Zahlen:

Übernachtungen unterwegs (Bus): 2

Anzahl der Wandertage: 3

Übernachtungen auf dem CP im Zelt: 3

Übernachtungen in Zimmer: 2

Gesamt-Radstrecke: 1699km

freie Übernachtungen (im Zelt oder im Freien): 7

Anzahl der Fahrtage über 50km: 10 von 16


Wetter:

Das Wetter war hervorragend. Es ist allerdings nicht normal, Pfingsten mehrere Tage weit jenseits der 30 Grad zu liegen. Der Wetterbewertung liegen folgende Maßstäbe zu Grunde:
Wetter 1: Absolut regenfrei, mindestens 15 Grad, mehrere Stunden Sonne
Wetter 2: Nahezu regenfrei, keine große Regengefahr
Wetter 3: Maximal eine 45min regenbedingte Wartezeit oder 90min leichter Nieselregen (Weiterfahrt möglich). Entscheidend für die Bewertung war die resultierende Wartezeit. So wurde Regen auf Fähren, bei Wartezeiten auf Fähren und in der Nacht nicht angerechnet.
Wetter 4: Längere regenbedingte Wartezeiten. Das Tagesziel wurde aber dennoch im Wesentlichen erreicht.
Wetter 5: Lange Wartezeiten und/oder sehr nass geworden. Das Tagesziel wurde nur teilweise erreicht.
Wetter 6: Regen über einen großen Teil des Tages, sodass das Tagesziel auch nicht ansatzweise erreicht werden konnte.


erstellt am 30.08.26