Ich hatte festgestellt, dass Margalef, mein Ziel im Montsant-Park "nur" noch 180km entfernt ist, also heute noch erreichbar. Zunächst ging es nach Orpesa und dann auf die N340. Der Wind war günstig und ich blieb auf ihr bis La Rapita, wo ich schon wie am Hinweg den Radweg entlang der TV3408 nahm. In Amposta machte ich die erste größere Pause. Weiter ging es nach Norden auf der C12 entlang des Ebro. Zu meiner freudigen Überraschung gibt es ab Vinallop einen Bahntrassen-Radweg parallel zur ohnehin nur mäßig befahrenen C12. Sobald das Tal enger wurde, führt er durch zahlreiche Tunnels. Hier verpasste ich es allerdings, rechtzeitig auf die C12 zurückzuwechseln und Handy-Empfang war hier auch Fehlanzeige. Doch ich bereute den Umweg nach Nordwesten nicht. Die Strecke steigt kontinuierlich an, durchquert einen Tunnel nach dem anderen und bietet traumhafte Ausblicke in ein enges Flusstal. Nachdem dieser Weg weiter ist, werde ich es heute wohl nicht mehr bis Margalef schaffen. Daher entschied ich mich, schon hier nach einem schönen Platz umzuschauen. Ich hatte zwar kaum Wasser getankt, aber zum Trinken reicht es wohl. Baden kann ich ja im Fluss. Ich fand einen schönen Platz direkt am Fluss. Dort befand sich ein kleines Becken zum Baden. Oberhalb gibt es eine schöne Terrasse, das ganze umgeben von Bambus und Schilf. Etwas unwohl waren mir die über 10cm langen Flusskrebse im Wasser, die durch mein Baden weggekrochen waren. Wenn ich versehentlich auf einen steigen sollte, so kann er ganz schön zuzwicken. Auf der anderen Seite gibt es Krebse nur in besonders sauberen Gewässern. Ich tippte einiges in mein Handy ein, genoss die Abgeschiedenheit (es gab hier auch keinen Empfang!) und kochte mir Instant-Nudeln mit Thunfisch. Danach stellte ich mein Innenzelt auf, duschte mich nochmal mit Flusswasser ab und zog mich schließlich ins Zelt zurück. Nachdem das Fliegengitter geschlossen war, zerdrückte alle herumkriechenden Fliegen. Am Ende fand ich noch welche auf dem leuchtenden Handy-Display. Beim Zusammendrücken machte ich offenbar eine bestimmte Wischbewegung, mit der ich das aktive Textfeld des Reiseberichtes von Gmail schloss. Damit waren alle bisherigen Eingaben gelöscht. Da bleibt nur noch eine Möglichkeit: nachdem ich seitdem noch nicht online war, dürfte Google noch nicht mit meinem Handy synchronisiert haben. Ich muss also extern auf meinen Gmail-Account zugreifen, bevor mein Handy synchronisiert. So stellte ich das synchronisieren ab. Dann legte ich mich frustriert schlafen.
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