Am Morgen hatte ich mir ernsthaft überlegt, nochmal schwimmen zu gehen. Doch die Luft war noch sehr kalt und das Wasser hatte auch nur 23°C, sodass ich gleich das Frühstück herrichtete. Nun ging es den Berg hinauf, bis Lostallo etwas, bei Mesocco richtig steil. Bei Pan del Giacomo geht es kurzzeitig eben, bevor die Straße wieder weiter ansteigt bis kurz vor dem Ort San Bernardino. Wir fuhren durchgehend auf der alten Passstraße und hatten so gut wie keinen Verkehr, da die "Autobahn" den ganzen Durchgangsverkehr aufnimmt. Ich fuhr nach dem "Hundeprinzip": Immer wenn ich eine Anhöhe erreicht hatte, kehrte ich um und zu Wolf zurück. Kurz vor dem Ort San Bernardino geht die Straße wieder etwas hinunter, bevor sie hinter dem Ort bis zur Passhöhe ansteigt. Ab ca 1800m lässt die Vegetation nach. Nach unzähligen Kehren, Kurven und mehr oder weniger steilen Anstiegen erreichten wir wohlbehalten die Passhöhe. Dort stärkten wir uns erstmal mit Schwarzbrot (Man merkt dass man nicht mehr in Italien is(s)t!), Käse, Nutella und Paprika. Dann machten wir uns an die Abfahrt. Bis Hinterrhein, wo auch die "Autobahn" wieder aus dem Tunnel konnt, ging es in zahlreichen Kehren und Kurven etwa 10% abwärts. Danach geht es nur noch leicht abfallend durch Splügen, Rofla- und Viamala-Schlucht bis Thusis, wo wir uns wie geplant auf dem Campingplatz niederließen. Es war eine schöne Anlage, wahlweise Wald oder Wiese und heißen Duschen, wofür wir 23,30SFR bezahlten, nach Plansee wohl der günstigste Zeltplatz unserer Fahrt. Da Wolf noch seine überschüssigen SFR loswerden musste, aßen wir im Campingplatz-Restaurant richtig gut gewürztes Chili con carne, der Preis war OK. Danach gingen wir duschen und legten uns anschließend ins Zelt. Für mich war der heutige Tag buchstäblich ein landschaftlicher Höhepunkt, und ich fürchte, dass es morgen wieder ziemlich öde sein wird.
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